

Auf dem Weg nach Sylt zum Heimatmuseum über Jens Uwe Lornsen, dem ersten, der eine Verfassung, den Sitz der zentralen Behörden im Land (nicht in Kopenhagen), eine gemeinsame Versammlung der Ständetage von Schleswig und Holstein und die Gerichtsbarkeit in Schleswig gefordert hat und damit den Anstoß gab, was später kommen sollte.
Lese im Zug auf die Insel eine Rede von Gustav Heinemann von 1974, die er zur Eröffnung eines Museums für die Märzrevolution 1849 in Rastatt gehalten hat. Dort heißt es unter anderem:
|
(Bildquelle: Bitte auf Grafik klicken) | Mit dem Konterfei von Jens Uwe Lornsen wurde 1920 für die Unabhängigkeit des Landesteils Schleswig von Dänemark geworben. "Stimmt für das deutsche Vaterland", stand unter seinem Gesicht. Dass Lornsen in Festungshaft saß, dass er danach nach Brasilien auswanderte und schließlich Selbstmord beging, schien ihn zum politischen Märtyrer zu machen. Aber dass die Festungshaft wohl eher ein schlechterer Hausarrest war und er danach als Amtmann von Sylt hätte weiter arbeiten können, dass seine Reise nach Brasilien wohl dem manisch-depressiven Wahn, dass er stinke und Hautfäule hat, geschuldet war und sein Selbstmord unmittelbar auf die Nachricht vom Tod seiner Schwester folgte, das wurde ausgeblendet, weil es nicht in das Traditionsbild des nationalen Heroren passt. Vielleicht nämlich war Lornsen das gar nicht… |