

Gestern bin ich in Husum auf den Spuren von Theodor Storm und Theodor Mommsen gewesen. Das letzte Mal war ich 1990 im Theodor-Storm-Haus, als ich für meinen ersten Roman über Hauke Haiens Tod recheriert habe.

Jetzt als Politiker suche ich den politischen Storm. Es gibt eine Reihe von Zitaten, Briefen und Zeitungsartikeln, die die kritische Haltung zu Adel und Preußentum deutlich machen.
Im Gespräch mit dem Direktor des Theodor-Storm-Zentrums, Dr. Gerd Eversberg, wird allerdings deutlich, dass Storm sich 1848 nicht nur als Journalist politisch für die Demokratie engagiert hat, sondern sich auch eine grunddemokratische, antifeudalistische Haltung durch seine Novellen zieht. Ich werde am Wochenende das von Dr. Eversberg hoch gepriesene Buch "Im Schloss" lesen.

Im Gespräch mit Dr. Eversberg ging es auch darum, dass die Storm-Rezeption ähnlich verlief wie die Erinnerung und Darstellung der schleswig-holsteinischen Erhebung. Auch Storm wurde als "nordischer Dichter", wie z.B. Hauke Haien, als Prototyp des Deutschen dargestellt, dabei stand er im Widerspruch zu bestehenden Verhältnissen.