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Rechtsextremismus

Für ein tolerantes und weltoffenes Schleswig-Holstein - gegen Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung

Nach wie vor steht Schleswig-Holstein im Bundesvergleich an der Spitze rechter Gewalttaten. Dabei bilden Rechtsextreme in Schleswig-Holstein ein äußerst heterogenes Lager - neben den alteingesessenen Kadern rechter Parteien und Kameradschaften formieren sich vielerorts autonome Gruppen. Diese agieren extrem aktionistisch und somit für Polizei und Zivilgesellschaft weit weniger kalkulierbar.

Trotz der erdrückenden Zahlen hat es die schwarz-gelbe Landesregierung in dieser Legislatur verpasst, die Mittel für den Ausbau von Beratungsstrukturen bereitzustellen. Ohne diese aber können Rechtsextreme weiter ihre Netzwerke aufbauen und Anhänger finden.

Es ist unsere Aufgabe als demokratische Partei, an dieser Stelle aktiv zu werden. Bündnis 90/DIE GRÜNEN stellen sich daher klar gegen jede Form rassistischer und antisemitischer Gesinnung. Homophobie, Behindertenfeindlichkeit, Islamophobie und Sexismus haben bei uns keinen Platz!

Die Etablierung rechtsextremer Strukturen ist häufig ein Problem der fehlenden oder falschen Wahrnehmung seitens der Zivilgesellschaft. Schon in der schulischen Bildung muss damit begonnen werden junge Menschen auf die Gefahren dieser Gesinnung aufmerksam zu machen und gezielt mit der Förderung von Toleranz gegenüber Menschen anderer Herkunft, anderen Glaubens oder unterschiedlicher sexueller Orientierung zu beginnen. Wir möchten die Präventionsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen ausbauen. Lösungsansätze bieten hier mobile Opferberatungsteams und AusteigerInnenprogramme. Da besonders Frauen in der Neonaziszene zunehmend an Bedeutung gewinnen, wollen wir, dass die Beratungsstrukturen auf dieses Phänomen mit speziellen Maßnahmen reagieren können. Das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein leistet bei diesen Ansätzen hervorragende Arbeit. Wir möchten die Zusammenarbeit mit dem Beratungsnetzwerk intensivieren und weitere Grundlagen für den Ausbau ihrer Arbeit schaffen.

Rechtsextreme Strukturen gedeihen dort am Besten, wo die Zivilgesellschaft schwach ist. Für den Kampf gegen Rechts braucht es daher breite zivilgesellschaftliche Bündnisse. Die von Ministerin Schröder ins Leben gerufene sogenannte "Demokratieerklärung" ist der komplett falsche Ansatz. Er stigmatisiert Netzwerke und Institutionen, die für unsere Demokratie einen unverzichtbaren Beitrag leisten.

Da der Kampf gegen Rechts nur auf demokratischem Boden gelingen kann, lehnen wir jede Form der Gewaltanwendung ab! Auf der anderen Seite verschließen wir uns der Vermengung von Links- und Rechtsextremismus. Dieses nämlich verfehlt sein Ziel: Rechtsextremismus kann nur mit gezielten Maßnahmen gegen Rechts bekämpft werden.

 

Unsere Landtagsinitiativen zum Thema:

Dringlichkeitsantrag: Konsequenzen aus den Erkenntnissen über das rechtsextremen-Trio aus Thüringen

Änderungsantrag zum Antrag der Fraktion DIE LINKE "Resolution - Für ein friedliches und solidarisches Schleswig-Holstein"

Antrag zum 8. Mai: Tag der Befreiung

Kleine Anfrage zu Rechtsextremismus und rechtsextremer Gewalt in Schleswig-Holstein

Antrag für ein friedliches und solidarisches Schleswig-Holstein

Kleine Anfrage zu Gedenkstätten in Schleswig-Holstein

Kleine Anfrage zur Zukunft von Demokratieinitiativen

 

27. Januar 2012

Der Demokratie nicht ins Knie schießen

Niemand von uns will, dass am 31. März Nazis in Lübeck auf der Straße stehen. Wenn der Innenminister Erkenntnisse hat, die ein Demonstrationsverbot rechtfertigen, wenn die rechtlichen Grundlagen gegeben sind, dann gibt es keine Frage nach einem Verbot. Dann ist es oberstes Gebot der Stunde und eine Selbstverständlichkeit diese Demonstration zu verbieten.mehr

19. Dezember 2011

Kein Geld vom Staat für Nazi-Strukturen

Wenn sich das bestätigt, ist definitiv eine Grenze überschritten, die niemals hätte überschritten werden dürfen. mehr

18. November 2011

Rechtsextremismus endlich ernst nehmen

Zehn Menschen haben ihr Leben verloren. Nicht weil sie in einer Mafia waren, nicht weil sie kriminell waren oder mit Kriminellen zu tun hatten. Nicht weil sie etwas falsch gemacht haben. Sie haben ihr Leben durch rechten Terror verloren.mehr

6. Oktober 2011

Gemeinsam gegen Rechtspopulismus

Thilo Sarrazin hat uns dieses im vergangenen Jahr – als Integrationspolitikerin darf ich sagen- schmerzlich vor Augen geführt. Er hat gezeigt, dass es in Deutschland sehr wohl einen Resonanzboden für ausgrenzende und teils menschenverachtende Einstellungen gibt. Leider auch im bürgerlichen Lager!mehr

 

Weitere Artikel zum Thema:

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