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Schule selber machen –die Eigenständige Schule
Schulen öffnen sich- auch für Interkulturelles Lernen und das Fach Türkisch?
Ganztagsschule: mehr Zeit für Lernen und Leben
Weiterbildung –der springende Punkt

Unsere Schulen sind überreguliert – sie brauchen Freiräume, um selbst zu gestalten, anstatt im Kampf mit der Schulbürokratie zu ersticken!
Jede Schule soll zukünftig selbst entscheiden, welche Lehrkräfte sie einstellt, wie sie den Unterricht organisiert, wie gelernt werden soll und wie Gelder für die Umgestaltung des Schulhofes oder ein Theaterprojekt erwirtschaftet werden können. Dazu braucht die Schule die nötigen personellen und finanziellen Mittel von der Kommune und vom Land.
In den skandinavischen Ländern begann die große Schulreform überall damit, dass die Schulen, von bürokratischen Fesseln befreit, sich selbst organisierten. Was es zum guten Lernen und schulischem Alltag auf Amrum, in Schleswig, Lübeck oder Pinneberg braucht, wissen die LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern vor Ort am besten. Im Gegenzug bedeutet dies natürlich, dass die Schulen auch mehr Verantwortung tragen. Aber genau das ist es, was engagierte LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen schon lange fordern.
Transparenz über die Arbeitsweisen und Ergebnisse, sowie ein regelmäßiger landesweiter und internationaler Leistungsvergleich, sollen Bildungsstandards zukünftig sichern.
Alle SchülerInnen in Schleswig-Holstein sollen die gleichen Chancen durch ein vielfältiges Bildungsangebot und individuelle Förderung erhalten. Nach einem Bericht der Landesregierung sind mehr als 40 Prozent aller Schulartempfehlungen falsch. Dadurch entsteht häufig Frust durch Unter- oder Überforderung.
Das frühzeitige Sortieren in drei Schularten kostet viel Energie und Motivation auf allen Seiten. Es verschwendet die Fähigkeiten von SchülerInnen und die Kraft der LehrerInnen. Jugendliche passen nicht in Schablonen. Eine gemeinsame Schule ist der Weg zu mehr Chancengerechtigkeit. Gemeinsames Lernen und individuelle Förderung gehören dabei zusammen. Gerade wir in Schleswig-Holstein können bei unseren Nachbarn in Skandinavien sehen, wie gemeinsames Lernen gelingen kann.
Das Modell: Kinder lernen neun bis zehn Jahre in der gemeinsamen Schule. Danach wählen sie zwischen einer beruflichen Ausbildung oder sie bleiben auf der Schule bis zum Abitur. Die Schulen in Schleswig-Holstein sollen frei sein, sich für diesen Weg zu entscheiden.
Um jedem unserer Kinder individuell gerecht zu werden, ist die Ganztagsschule ein guter Weg. Projektarbeit und intensives Lernen sind im ermüdenden 45-Minuten-Staccato nicht möglich. Phasen der Konzentration und der Entspannung müssen sich abwechseln. Dazu gehören auch gemeinsames Frühstück und Mittagessen.
Wir begreifen die Schule der Zukunft als einen Ort, an dem Leben und Lernen miteinander im Einklang sind. Die Mischung von Unterricht und Freizeit trägt wesentlich zum Lernerfolg der Kinder bei. Alle Jugendlichen können sich umfassend bilden – auch musikalisch, sportlich und sprachlich – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern oder der familiären Fürsorge.
Kinder lernen nicht nur im Unterricht. Die Schule der Zukunft verfügt über Brücken in alle gesellschaftlichen Bereiche. Sie bietet Raum für ehrenamtliches Engagement und Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern – HandwerkerInnen und KünstlerInnen, Universitäten und Sportvereinen, Jugendarbeit und Wirtschaft.
Ganztagsschulen bieten einen größeren Zusammenhalt und Platz für den Austausch zwischen LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen. Der Arbeitsplatz der LehrerInnen ist die Schule. Zudem steht die Ganztagsschule auch für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Schleswig-Holsteins Schulen sind im Wandel. Das Wichtigste ist jetzt, den LehrerInnen alle Hilfestellung und Unterstützung zu geben, damit sie diesen Wandel erfolgreich gestalten können.
Viele LehrerInnen sagen uns: "Wir haben in unserer Ausbildung nicht gelernt, schwache und starke SchülerInnen gemeinsam zu unterrichten – und kennen erst recht keinen jahrgangübergreifenden Unterricht."
Wir brauchen daher ein breites Angebot an Weiterbildung in Didaktik, Lernmethodik und Schulorganisation. Wir wollen für LehrerInnen die Möglichkeit des Austausches schaffen, um für eine Woche oder gar ein halbes Jahr Reformschulen kennen zu lernen – auch in anderen Ländern – damit gute Praxi sSchule macht.
Wir wollen:
➜ Schule neu denken
➜ Schule stark machen