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26. Januar 2006

Der Metroexpress ist das wichtigste wirtschafts- und verkehrspolitische Projekt für den Norden

Landtagsrede zum Thema: "Flughafen Kiel-Holtenau"

Dazu sagt der verkehrspolitische Sprecher Klaus Müller:

Ein unsinniges Projekt, das uns auf Landesebene und in der Landeshauptstadt Kiel fünf Jahre lang beschäftigt hat, wird nun endlich gestoppt.

Am 15. Februar 2001 legte Dornier SystemConsult seine Potenzialanalyse zum Ausbau von Kiel-Holtenau vor. Empfohlen wurde damals eine Verlängerung der Start- und Landebahn auf 2.700 m mit einer Breite von 45 m. Bis 2011 wurde mit 450.000 Passagiern gerechnet. Schon im Jahr 2006 sollte der Ausbau vollendet sein und in 2008 schreibt dann die Kieler Flughafengesellschaft in Holtenau sogar schwarze Zahlen.

Ich will nun niemanden mit diesen Traumtänzer-Zahlen ärgern, aber das war der Beginn eines Projektes, das im Ernst nie die Chance einer Realisierung hatte.

Für uns nicht überraschend ist der Airport Hamburg laut dem neuen Gutachten unbestritten der internationale Verkehrsflughafen für Hamburg und Schleswig-Holstein.

Seine Attraktivität hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, da der Zuwachs an Direktverbindungen von Hamburg aus die Notwendigkeit des Umsteigens an Drehkreuzen gesenkt hat.

Der Hamburger Wirtschaftssenator Uldall sagt in der gemeinsamen Pressemitteilung vom 22.12.05: „Wichtig ist, dass der Wettbewerb im Luftverkehr fair geführt werden muss. Luftverkehrsgesellschaften dürfen auf keinen Fall durch Subventionen gelockt werden."

Dieser Aussage können wir uns nur anschließen.

Durch das veränderte Marktumfeld für Regionalflughäfen, neue kostengünstige Angebote der Lufthansa und die Zuwächse der Billigflieger haben sich die Entwicklungsperspektiven für Holtenau deutlich verschlechtert.

In der gemeinsamen Pressemitteilung von Austermann und Uldall heißt es: „Ab Hamburg fliegen 65 Fluggesellschaften zu 110 Zielen in 39 Ländern. Dies ist auch die Ursache für die Einstellung der letzten Linienverbindung ab Kiel nach Frankfurt am 23.12.05."

Das Kabinett hat sich zu Recht für Option 2 entschieden: Die endgültige Beendigung der gesamten Ausbauplanung. Damit würde man den aufgrund des veränderten Marktumfelds hohen Risiken des Ausbaus gerecht werden. Wer das Gutachten gelesen hat, der weiß, das war auch die eigentliche Empfehlung der Gutachter.

Nach dem Aus der letzten Linienflugverbindung von Kiel-Holtenau gilt es jetzt nach vorne zu schauen.

Wir brauchen eine verbesserte Anbindung an den Hamburger Airport, das erreichen wir mit einem 30-Minuten Takt beim Buszubringer und der Möglichkeit eines Vorabend-Einchecks in Kiel für Flüge ab Hamburg.

Zu beiden Punkten gibt es konkrete Vorbereitungen, die zügig umgesetzt werden müssen. Wir hatten bereits im Dezember einen entsprechenden Haushaltsantrag gestellt, den SPD und CDU leider niedergestimmt haben.

Mittelfristig muss der Metroexpress realisiert werden, das ist das wichtigste wirtschafts- und verkehrspolitische Projekt für den Norden.

Jetzt muss eine seriöse Machbarkeitsstudie mit Nutzen-Kosten-Prüfung die Realisierung des Ausbaus der AKN-Trasse über Norderstedt mit Bau einer Verbindung zum Flughafen Hamburg und Weiterführung bis zum Hamburger Hauptbahnhof in Auftrag gegeben werden.

Dazu hat auch die Kieler Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz Minister Austermann angeschrieben. Die Grüne Landtagsfraktion hatte die Machbarkeitsstudie im Rahmen der Haushaltsberatung beantragt. Das wurde von CDU und SPD abgelehnt. Auch alle Kieler SPD- und CDU-Landtagsabgeordneten haben gegen den Antrag gestimmt. Eigentlich unverständlich.

Das kann heute revidiert werden.

 

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