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1. Juni 2006

Große Koalition lehnt das wichtigste Verkehrsinfrastrukturprojekt in Schleswig-Holstein ab

Landtagsrede zum Thema: "Metroexpress"

Dazu sagt der Stellvertretende Vorsitzende Karl-Martin Hentschel:

Minister Austermann hat am 4. Mai. 2006 im Hamburger Abendblatt erklärt: „Es gibt das Einverständnis, dass wir in Norddeutschland einen großen Flughafen haben - und das ist Hamburg. Die Vorstellung, man könne daneben Alternativen aufbauen, ist unrealistisch. Kiel wird ein kleiner Regionalflughafen bleiben.“

Da hat der Wirtschaftsminister wirklich einmal Recht. Und deshalb wollen wir den Verkehrsminister Austermann in dem vorliegenden Antrag ausnahmsweise einmal loben. Aber die Große Koalition lehnt auch das ab. Rot und Schwarz ist an Sturheit wirklich nicht zu überbieten.

Jetzt jedoch gilt es nach vorne zu schauen. Wir brauchen eine verbesserte Anbindung an den Hamburger Airport. Das erreichen wir mit einem 30-Minuten Takt beim Buszubringer und der Möglichkeit eines Vorabend-Einchecks in Kiel für Flüge ab Hamburg. Zu beiden Punkten gibt es konkrete Vorbereitungen in Kiel, die zügig umgesetzt werden müssen. Hier muss die Landesregierung eine Kosten-Beteiligung prüfen.

Mittelfristig muss der Metroexpress realisiert werden. Die direkte und schnelle Schienenanbindung von Kiel nach Fuhlsbüttel, die City-Nord zum Hauptbahnhof Hamburg ist das wichtigste wirtschafts- und verkehrspolitische Projekt für den Norden.

Bad Bramstedt, Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen und Norderstedt mit mehr als 150.000 EinwohnerInnen würden erstmalig an die Fernbahn angebunden und auch die Hamburger City-Nord wird erstmalig für PendlerInnen über die Schiene erreichbar. Die Schätzungen liegen zwischen 20 und 30-tausend zusätzlichen PendlerInnen mit der Bahn täglich.

Aber auch Fernreisende sowie Fluggäste könnten hiervon profitieren, die Bundesautobahn A7 würde entlastet und die Gäste der Kreuzfahrtschiffe könnten vom Hamburger Hauptbahnhof bzw. dem Airport schnell zum sanierten Kieler Hauptbahnhof und von dort an die Passagierterminals. Besser geht es nicht.

Deshalb brauchen wir eine seriöse Machbarkeitsstudie dieses Projektes. Da reicht die Kurzexpertise von Intraplan Consult nicht aus, sie zeigt nur an Beispielen wie es nicht geht.

Wir brauchen eine fundierte Untersuchung, die die Chancen darstellt und die unterschiedlichen Varianten mit Kosten-Nutzen-Faktoren berechnet.

Die Grüne Landtagsfraktion hatte die Machbarkeitsstudie bereits im Rahmen der Haushaltsberatung beantragt. Damals wurde dies von CDU und SPD, Auch von den Kieler, Neumünsteraner und Segeberger Landtagsabgeordneten abgelehnt. Eigentlich unverständlich.

Heute kann dies alles revidiert werden, damit es endlich losgeht.

 

 

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