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Landtagsrede zum Thema "Neues Schulgesetz erfordert neue Lehrerbildung"
Dazu sagt die bildungspolitische Sprecherin Angelika Birk
Die meisten Lehrerinnen und Lehrer in Schleswig-Holstein sind derzeit sehr verunsichert, denn sie haben in ihrer bisherigen Aus- und Fortbildung kaum etwas über individuelle Förderung in heterogenen Lerngruppen gelernt. In der neuen Regionalschule und erst Recht in der Gemeinschaftsschule sind völlig neue Konzepte der Lehrerarbeit gefordert, um alle Kinder entsprechend ihren Fähigkeiten zu fördern. Nur so kann das Sitzenbleiben produktiv überwunden werden.
Deshalb fordern wir das Bildungsministerium auf, jetzt ein Konzept für die Lehreraus- und fortbildung zu erarbeiten und dem Landtag vorzulegen. Bisher arbeiten die Universitäten bei ihrer Konzeption der Bachelor/Master-Ausbildung immer noch weitgehend ohne Abstimmung mit dem IQSH zusammen.
Das IQSH wiederum bietet überwiegend Lehrerfortbildungen außerhalb der Schule am späten Nachmittag und frühen Abend an. Außerdem müssen die Lehrkräfte dafür aus eigener Tasche bezahlen. Dies ist ineffizient und sorgt nicht dafür, dass kollektive Lernprozesse im Lehrerkollegium erlebt und gestaltet werden. Weder in der Ausbildung noch in der Fortbildung wird bisher auf die neuen Schul- und Unterrichtsformen vorbereitet, sondern wie von vorgestern Haupt-, Real- und Gymnasialunterricht gelehrt. Weder die bisherige Gesamtschule noch die neue Gemeinschaftsschule sind in der Lehrerbildung bisher Thema. So geht es nicht.
Schulreformen funktionieren nur, wenn Lehrerinnen und Lehrer für neue Ideen Feuer fangen und die Möglichkeit erhalten, Neues auszuprobieren. Dazu gehört auch das Recht, Fehler zu machen, dazu gehört aber vor allem, auch von denjenigen zu lernen, die schon Erfahrung haben. Dazu gehört lernen im Team, d.h. vor allem Lehrerfortbildungstage an der eigenen Schule, und dazu gehört schließlich eine sensible Moderation dieses Lernprozesses.