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Zur Präsentation des Grünen Energiekonzeptes für den Norden erklären der Vorsitzende der Grünen Landtagsfraktion, Karl-Martin Hentschel und der energiepolitische Sprecher, Detlef Matthiessen:
"Der Klimawandel kommt, das bezweifelt heute niemand mehr. Noch haben wir aber die Chance, die schlimmsten Folgen der globalen Erwärmung aufzuhalten.
Die Grüne Landtagsfraktionhat ein klimafreundliches Energieszenario für Schleswig-Holstein erarbeiten lassen. Die gute Nachricht lautet: Der Umbau der Energiewirtschaft ist nicht nur machbar, sondern auch bezahlbar.
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Detlef Matthiessen und Karl-Martin Hentschel kommentieren die Klimapolitik der Landesregierung |
Unser Energieszenario ist keine Utopie. Im Gegenteil, es geht von eher konservativen Annahmen aus. Es basiert auf bekannten Eckdaten und Prognosen der EU, des Bundes und verschiedener wissenschaftlicher Untersuchungen.
Der kritische Zeitpunkt für Schleswig-Holstein ist das Jahr 2020, wenn das letzte Atomkraftwerke abgeschaltet worden ist. Unser Szenario weist nach, dass die Stromversorgung Schleswig-Holsteins und Hamburgs (das von uns mit versorgt wird) auch im Jahre 2020 sichergestellt ist. Hierfür müssen im Gegensatz zu den Rechnungen im "Grünbuch" von Wirtschaftsminister Austermann keine neuen Kohlekraftwerke gebaut werden.
Schon heute liegen die CO2-Emissionen pro erzeugter Energieeinheit in Schleswig-Holstein um 35 Prozent unter dem Durchschnitt der Bundesländer. Mit unserem vorsichtig gerechneten Konzept gelingt es, bis 2050 auch noch 60 Prozent der CO2-Emissionen gegenüber den jetzigen Werten einzusparen. Damit erreichen wir die Einsparziele der Bundesregierung und der Europäischen Union, während das Szenario von Minister Austermann zu mehr als doppelt so viel CO2-Emission führt.
Das grüne Szenario stellt dar, wie dies möglich ist: Im Jahr 2020 werden 42 Prozent des Stroms durch Offshore-Windkraftwerke, 31 Prozent durch Windanlagen an Land, acht Prozent durch Steinkohle, drei Prozent durch Erdgas-Kraft-Wärme-Kopplung und 14 Prozent durch Wasserkraftstrom aus Norwegen gedeckt. Das reicht zur Versorgung von Hamburg, Schleswig-Holstein und zum zusätzlichen Export von drei Terawatt. Bis zum Jahr 2050 ist es sogar möglich, den Strombedarf von Hamburg und Schleswig-Holstein zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu produzieren.
Im Zentrum unserer neuen Energiepolitik steht der Ausbau der Stromnetze: Wir brauchen ein europäisches "Super-Netz" (Super-Grid) – damit wir den Strom aus Wind, Sonne und Wasserkraft quer durch Europa dorthin bekommen, wo er gerade gebraucht wird. Als ersten Schritt dazu schlagen wird den Bau des Viking-Kabels von Brunsbüttel nach Norwegen vor: Dann liefern wir bei Starkwind Strom nach Norwegen, bei Windstille macht Norwegen die Wasserkraftwerke für uns auf.
Wir brauchen aber auch das "Kluge-Netz" (Smart-Grid), mit dem die vielen kleinen regenerativen und Blockheiz-Kraftwerke zu einem "virtuellen Kraftwerk" gekoppelt werden, um eine nachfrageorientierte Netzsteuerung zu ermöglichen.
Unsere Trümpfe bei der Energieerzeugung sind Wind, Sonne, Biomasse und die Erdwärme. Genau wichtig sind jedoch die Einsparmaßnahmen u. a. durch verbesserte Geräte, durch Verbot von Elektroheizungen und durch Blockheizkraftwerke in jedem Wohnblock.
Unser Konzept umfasst auch den Wärmesektor und den Sektor Verkehr. Im Wärmesektor liegend die größten Einsparpotentiale bei der wärmetechnischem Sanierung der Altbauten und bei der Durchsetzung der Passiv-Haus-Bauweise bei den Neubauten. Im Verkehrssektor geht es vor allem um technische Verbesserungen, begleitet von vielen Maßnahmen wie Tempolimit, Ausweitung der LKW-Maut und verändertem Verkehrsverhalten.
Zur Umsetzung schlägt unser Konzept ein Paket von konkreten Maßnahmen vor, das die Landesregierung sofort umsetzen kann oder für die sie sich in den Bund-Länder-Verhandlungen einsetzen muss."
Das Konzept liegt in einer Langfassung (das Gutachten von Dr.-Ing. Valerie Wilms) und in einer Kurzfassung vor. Darüber hinaus hat die Grüne Landtagsfraktionheute eine "Klimapostkarte" vorgestellt, die sich kritisch mit der Klimaschutzpolitik der Landesregierung auseinandersetzt.
-> Das Grüne Energiekonzept (Gutachten) finden Sie hier (PDF, 40 Seiten, 3 MB)
-> Die Kurzversion finden Sie hier (PDF, 12 Seiten, 910 kb)
-> Unser Handlungskonzept finden Sie hier (PDF, 3 Seiten,40 kb)
-> Die Klimapostkarte finden Sie hier (JPG, 910 kb)
Alle Dokumente können Sie auch bei uns bestellen .