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22. November 2007

In der Weiterbildung muss mehr passieren

Landtagsrede zum Thema "Weiterbildungskonzept des Landes"

Dazu sagt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Angelika Birk:

Wir haben alle parteiübergreifend die Bedeutung der Weiterbildung und des lebenslangen Lernens erkannt. Uns allen ist klar, dass insgesamt zu wenig geschieht. Ich wünsche mir insbesondere mehr Maßnahmen für Jugendliche ohne Schulabschluss, für Menschen mit Migrationshintergrund und eine bessere und fundierte politische Bildung.

Ich begrüße die vielfältigen Aktivitäten zur flächendeckenden Verbreitung und zur Qualitätskontrolle der Weiterbildung, die Unterstützung durch Bund und EU und vor allem die vielfältigen eigenen Aktivitäten der Menschen im Land. 79 Prozent der Schleswig-HolsteinerInnen bilden sich weiter, davon die meisten (55 Prozent) durch eigenständiges Lernen (nach der Infratest-Erhebung von 2004).

Die Bundesregierung plant die Einführung einer Weiterbildungsprämie in Höhe von 154 Euro bei Eigenbeteiligung in gleicher Höhe sowie die Einführung von zinsgünstigen Darlehen für Weiterbildungszwecke. Wo bleibt die stärkere Beteiligung der Unternehmen? Der Bericht benennt ja auch die schon lange bekannte Tatsache, dass die Firmen ihre Weiterbildungsaufwendungen gesenkt haben.

Erfreulich ist, dass der Bericht kritische Punkte deutlich nennt, z.B. die Kritik an der Qualifizierungspolitik der Bundesagentur für Arbeit infolge der Hartz-IV Gesetzgebung. Die Landesregierung kritisiert die praktische Umsetzung der Gesetze, dieser Kritik kann ich mich nur anschließen. 

Was aber fehlt, ist die Auswirkung der Sparbeschlüsse des Landes, insbesondere auf die Volkshochschulen. Die Zuschüsse des Landes sind seit 20 Jahren rückläufig und die Finanzierung ist die Schlechteste von allen Bundesländern. Dementsprechend sind erstens die Honorare der Dozenten beschämend niedrig. Die Eigeneinnahmen der Volkshochschulen sind gestiegen und das bedeutet weniger soziale Ermäßigungen, die doch aus wirtschafts-, sozial- und finanzpolitischem Blickwinkel wünschenswert sind.

Der Bericht lobt ja die Volkshochschulen auch für die Einbeziehung der sozial- und bildungsbenachteiligten Schichten. Dann darf aber auch die wirtschaftliche Notlage der Volkshochschulen nicht ignoriert werden.

Insgesamt wird die Weiterbildung vom Wirtschaftsministerium eher von der Wirtschaft aus gedacht und nicht so sehr von den Menschen. Kein Wort findet sich zu den Problemen der über 50jährigen Beschäftigten, die auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert werden. Das wird alles den Bundesprogrammen überlassen.

 

 

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