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Zur Kleinen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen "Agro-Biodiversität" (Drs. 16/1954, siehe unten) erklärt der umweltpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Detlef Matthiessen:
Heute ist "Ländertag" im Rahmen der im Mai stattfindenden UN-Naturschutzkonferenz. Die Landesregierung will zu diesem Anlass in einer Ausstellung die Vielfalt der schleswig-holsteinischen Natur präsentieren. Wir wollten es genau wissen: Wie ist es im die biologische Vielfalt in der Landwirtschaft bestellt?
Jeder, der im Supermarkt Äpfel oder anders Obst oder Gemüse kauft weiß es: Um die Vielfalt ist es schlecht bestellt. Konnte man früher noch hunderte von Apfelsorten mit klangvollen Namen wie "Agathe von Klanxbüll" oder "Perle von Angeln" erwerben, finden sich heute nur noch eine Handvoll Sorten in den Regalen, die meisten aus Übersee. Andere Sorten sind wirtschaftlich unbedeutend. Der Apfel ist nur ein Beispiel, wie uns Vielfalt verloren geht.
Die Landesregierung will davon aber nichts wissen. Sie freut sich über eine Zunahme der Sortenzahl und setzt dies tatsächlich mit einer Zunahme der Agrobiodiversität gleich. Der Anstieg dieser Zahlen ist vor allem dem Einsatz von kleinen Züchtern zu verdanken, die sich redlich bemühen, alte Haustierrassen und Nutzpflanzen für kommende Generationen zu erhalten.
Biodiversität umfasst aber mehr als reine Arten- oder Sortenzahlen. Sie umfasst auch die gleichmäßige Verteilung und die Variationen innerhalb einer Art. Die Landesregierung sieht jedoch "keine Veranlassung, die Agrobiodiversität zu erhöhen". Das ist ein Skandal und ein weiterer Beleg dafür, dass es dem Landwirtschaftsminister weiter um "Masse statt Klasse" geht.
Anlässlich des Länderaktionstages zur Biodiversität fordern wir die Landesregierung auf, Bewirtschaftungsweisen zu fördern, die auf den Erhalt alter Nutzpflanzen und Haustierrassen zielt. Die "Perle von Angeln" braucht wieder eine Chance. Ebenso muss der Ökolandbau mehr gefördert werden und Landwirte größere Unterstützung bei der Umstellung bekommen. Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmitteln trägt die Begleitfauna und -flora des Biolandbaus entscheidend zur biologischen Vielfalt im ländlichen Raum bei.