Grüne Landtagsfraktion Schleswig-Holstein

PRESSEMITTEILUNG


Datum: 17. März 2010

Schulzeitverkürzung: Es ist zum Fremdschämen

Zur Diskussion über die Schulzeitverkürzung (G8 / G9) sagt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Anke Erdmann:

Die aktuellen Streitereien in der Regierungskoalition um die Frage nach G8 / G9 sind ein interessanter Vorbote davon, was Minister Klug unter produktiver Ruhe im Schulbereich versteht - Das Chaos lässt sich kaum überbieten.

Cornelia Conrad von der FDP lässt wissen, dass das Y-Modell des Ministers teuer werden wird und fordert die nötigen Stellen – mindestens 300 werden es nach den Berechnungen des Bildungsministeriums sein. Devise: ´Wir wollen das haben, koste es, was es wolle´. Das ist keine Regierungshaltung.

Heike Franzen von der CDU lobt Minister Klug für veranlasste Entlastungen im G8-Bereich, die sich bislang nicht in offiziellen Verlautbarungen, Erlassen oder Richtlinien des Ministeriums niedergeschlagen haben, sondern derzeit als Gerüchte und Ideen im Land kursieren. Ministeriales Handeln sieht anders aus.

Man steht kopfschüttelnd daneben und möchte sich fremdschämen: G8 ist schlecht gemacht – und so, wie es an vielen Schulen umgesetzt wird, kann es wahrlich nicht bleiben. Es geht um die wichtige Frage, wie unsere SchülerInnen ohne den unzumutbaren Lernstress auch im Gymnasium zum Abitur kommen. Es macht Sinn, einen Blick auf die Schulen in Schleswig-Holstein zu werfen, bei denen G8 gelingt. Warum ist das möglich? Warum sind Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler an diesen Schulen zufrieden?

Es täte allen Beteiligten gut, sich auf das Ziel "Mehr Lernqualität an den Schulen" zu konzentrieren und nicht auf die Frage, wer denn nun Recht hat.