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22. April 2010

Hochschulfinanzierung: Leuchttürme sind nicht das Problem

Zu dem neuen Förderprogramm der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein, der "ISH-Transferprämie", erklärt der hochschulpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Rasmus Andresen:

Die Landesregierung versucht mit der neuen ISH-Transferprämie zu verschleiern, dass sie keine zusammenhängende Wissenschafts- und Hochschulpolitik betreibt.

Die Landesregierung betrachtet Wissenschaft und Hochschule vor allem aus wirtschaftlicher Perspektive. Durch den immer größer werdenden Einfluss der Wirtschaft auf Hochschulgremien, dem Anwachsen von Drittmitteln und anderer wirtschaftlicher Förderinstrumente werden die Hochschulen des Landes einseitig Richtung Verwertbarkeit gedrängt.

Wir Grüne sprechen uns nicht gegen eine stärkere Kooperation von Hochschulen und Wirtschaft aus, jedoch darf der Einfluss der Wirtschaft auf die Hochschulen nicht einseitig wachsen und Studiengänge mit einer wirtschaftlichen Ausrichtung bevorzugt werden. Die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre muss sichergestellt werden.

Studiengänge, die für die Privatwirtschaft weniger interessant sind, bei denen das Einwerben von privatfinanzierten Drittmitteln schwieriger ist, wie zum Beispiel die Lehrerbildung, müssen besser finanziert werden.

Die Leuchttürme sind nicht das Problem, Spitzenforschung und Elitebildung hat die Landesregierung ausreichend berücksichtigt. Die Hochschulpolitik in Schleswig-Holstein ist in der Breite schlecht. Die Universitäten sind chronisch unterfinanziert, und dies wird vom Wissenschaftsministerium stillschweigend hingenommen. Wir Grüne haben ein Finanzkonzept vorgelegt, das für die Hochschulen 50 Millionen Mehrinvestitionen plus 20 Millionen zur Verbesserung der Grundfinanzierung vorsieht.

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