
Datum: 7. Juni 2010
Zu Berichten, wonach gentechnisch verunreinigter Mais aus Niedersachsen auch in Schleswig-Holstein zur Aussaat gelangt ist, sagt der agrarpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:
Es ist ungeheuerlich: Die zuständigen Kontrollbehörden in Niedersachsen haben nicht zugelassenen, gentechnisch verunreinigten Mais in Saatgutproben ermittelt, aber nicht die notwendigen Schritte unternommen, LandwirtInnen, VerbraucherInnen und Umwelt ausreichend zu schützen. Die Gründe für diese Schlamperei müssen aufgedeckt werden. Dieser Vorfall zeigt, wie berechtigt die Befürchtungen vor einer schleichenden Verunreinigung mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) sind.
Die betroffenen Flächen in Schleswig-Holstein müssen jetzt umgehend ausfindig gemacht und der Mais untergepflügt werden. Auf keinen Fall darf der Mais zur Blüte gelangen, dann besteht die Gefahr der Verbreitung der Pollen durch Bienen. Die EigentümerInnen und BewirtschafterInnen der benachbarten Flächen sind unverzüglich zu informieren. Zudem ist in den Folgejahren ein Monitoring erforderlich. Die betroffenen LandwirtInnen müssen entschädigt werden.
Während sich auf EU-Ebene ein Aufweichen der ohnehin schon viel zu laxen Zulassungskriterien für GVO ankündigt, fördert unsere Bundesregierung in Zeiten knapper Kassen die Forschung der gentechnikorientierten, industriellen Landwirtschaft mit über 100 Millionen Euro. Das Nachsehen bei einer solchen Politik haben die BäuerInnen, die VerbraucherInnen, die ImkerInnen, und nicht zuletzt die Umwelt.