
Datum: 18. August 2010
Zur Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zu Risiken für die Trinkwasserversorgung durch Speicherung von Kohlendioxid aus Braunkohle-Kraftwerken in salinen Aquiferen (Drs. 17/748) sagt die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:
Auch wenn die die Landesregierung noch einmal ihre Entscheidung bekräftigt, keine CO2-Verbringung in Schleswig-Holstein gegen den Willen der Bevölkerung zuzulassen, beruhigt ihre Antwort keinesfalls. Denn zugleich spielt sie das Problem einer möglichen Trinkwassergefährdung durch CCS-Technologie herunter.
Sie gibt selbst zu, dass die Versalzung von Trinkwasservorkommen sehr wohl eine mögliche Folge der CCS-Technologie sein kann. Beim Verpressen des CO2 in den Untergrund wird das vorhandene Salzwasser aus den Poren verdrängt und kann insbesondere im Bereich geologischer Störungszonen in höher gelegene Grundwasserleiter gelangen. Dies beträfe aber nur punktuell einzelne Brunnen. Eine höchst fragwürdige Einschätzung, denn Untersuchungen zu einer Abschätzung des Gefährdungspotenzials liegen noch gar nicht vor.
Die BürgerInnen haben mehr Respekt vor ihren Befürchtungen verdient. Eine Brunnenvergiftung – auch eine durch fahrlässige Risikobewertung– darf nicht passieren.