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29. Februar 2008

Grüne Fachtagung „Mehr Zeit und Geld für eine besserer Pflege“ war großer Erfolg

"Mehr Zeit und Geld für eine bessere Pflege", das ist vielen Menschen aus der Seele gesprochen. Den Erhalt von Autonomie und Selbstbestimmung im Alter und bei Pflegebedürftigkeit wünscht sich jede/r. In der Praxis ist das bislang aber viel zu selten der Fall.                            
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Was eine Pflegereform leisten muss und wie dies auch in Schleswig-Holstein umgesetzt werden kann, war Thema einer Grünen Fachtagung im Kieler Landeshaus. Mehr als 150 Gäste waren am 7. Februar der Einladung der Landtagsabgeordneten gefolgt, um sich über die Grünen Ziele für eine Pflegereform zu informieren (PowerPoint-Präsentation).
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"Gut gedacht aber schlecht gemacht" so brachte Elisabeth Scharfenberg, pflegepolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion, ihre Einschätzung der Berliner Pflegereform auf den Punkt (PowerPoint-Präsentation, 1,6 MB). Die Große Koalition denkt zwar in die richtige Richtung, murkst aber bei den konkreten Vorschlägen herum.

Die Kritikpunkte:

  • Es gibt keine nachhaltige Finanzierung
  • Sie private Pflegeversicherung wird nicht einbezogen
  • Pflegeberatung sollen diejenigen machen, die auch über die Leistungen entscheiden – die Kassen
  • Eine Pflegezeit für Angehörige können sich nur GutverdienerInnen leisten

Grüne haben länger nachgedacht und bessere Vorschläge gemacht. Wir haben im Bund und in Schleswig-Holstein den Parlamenten entsprechende Anträge vorgelegt (siehe Verweise in rechter Spalte).

  • Nachhaltige Finanzierung
  • Präzisere Definition einer ganzheitlichen Pflege
  • Anreize für eine Vielfalt flexibler Pflegeangebote
  • Flächendeckende unabhängige Pflegeberatung
  • Individuelles "case-management"
  • Stärkung des Verbraucherschutzes
  • Finanzielle Absicherung der Pflegezeit für Angehörige

Das wir mit unseren Vorstellungen damit richtig liegen, wurde in der Diskussion mit Experten und Gästen bestätigt.

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Ein klares Votum für trägerunabhängige Beratungsstellen und ein qualifiziertes "case-management" kam von Armin Tank, zuständig für den Bereich Pflege beim dem Verband der Ersatzkassen.

Dass sich unabhängige Beratungsstrukturen in Schleswig-Holstein bewährt haben und eine flächendeckende Ausweitung der Angebote diese Netwerke berücksichtigen muss, machte Vivian Gabler von der unabhängigen Pflegeberatung im Kreisherzogtum Lauenburg deutlich (Word-Dokument).

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Schleswig-Holstein hat zu viele traditionelle Pflegeheimplätze, mit dieser Aussage traf Holger Rohde von der kommunalen Koordinierungsstelle Pflege den Nagel auf den Kopf. Pflege muss sich verändern, Angebote müssen sich öffnen (PDF-Dokument).
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Wie mehr Würde und mehr Selbstbestimmung auch bei schweren Erkrankungen gelingen kann, bewies Heidi Damberg mit ihren positiven Erfahrungen aus Lübeck. Als Angehörige gründete sie mit der Alzheimergesellschaft Tagesbetreuungseinrichtungen und eine Wohngemeinschaft für Pflegebedürftige mit Demenzerkrankungen. Hier erleben Pflegebedürftige und Angehörige ein hohes Maß an Selbstbestimmung und Gemeinschaft im Alltag.

 

Besonderes "high-light" der Veranstaltung war der Film "Kunststück Demenz". Er ist ein sprechendes  Beispiel dafür, dass Alter und Pflegebedürftigkeit nicht nur Einsamkeit, Hilflosigkeit und Abbau bedeuten. Das Stadttheater in Moers hat eine mutige Kooperation von dementiell erkrankten Menschen und SchauspielerInnen auf die Bühne gebracht. Das Projekt "Kunststück Demenz" brachte volle Säle hat das Soziale auf die öffentliche Bühne geholt und die Menschen zueinander gebracht. Ein Stückchen dieser Bereicherung, ein wenig Optimismus brachte die Filmdokumentation auch nach Kiel.

 

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