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Kiel und Schleswig-Holstein brauchen eine schnelle Schienenverbindung an die Metropolregion Hamburg. Eine Anbindung, die über Neumünster, Kaltenkirchen, den Flughafen Hamburg und die City Nord zum Hamburger Hauptbahnhof führt. Dadurch wäre eine schnelle Erreichbarkeit des Hamburger Airports und der Innenstadt gewährleistet, gleichzeitig aber auch eine schnelle Fahrt von Gästen, die am Hamburger Airport bzw. am Hbf ankommen, zu ihren Zielen in Kiel und Schleswig-Holstein. Ein weiterer positiver Effekt des MetroExpress bestände in der Verlagerung der Pendler-Verkehre von der Strasse auf die Schiene.
Als nächster Schritt muss eine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht werden. Dabei geht es um Nutzen und Kosten von Investitionen und Betrieb sowie Finanzierungsmöglichkeiten.
Was ist bereits geschehen?
Alle Fraktionen im Landtag haben sich zu einer direkten schnellen Schienen-Anbindung zum Hamburger Airport und zum Hamburger Hauptbahnhof bekannt. Der Landtag hat in der 15. Legislaturperiode zu dem Projekt Metroexpress zwei positive Beschlüsse gefasst. Einmal in der Anmeldung der Schienenprojekte zum Bundesverkehrswegeplan und zum zweiten im Landesverkehrsprogramm. Allerdings hat der frühere Verkehrsminister Dr. Rohwer sich nicht wirklich engagiert für dieses Projekt eingesetzt. So wird zum Beispiel leider in dem letzten Papier des Wirtschaftsministeriums vom Januar 2005 bei der Zusammenfassung zum Schnellbahnkorridor Kiel-Hamburg immer noch die Rede von einem Kostenvolumen von 760 Millionen Euro, was schlecht begründet und irreführend ist. ProBahn hat auch eine entsprechende Richtigstellung erarbeitet.
Auch die Hamburger Bürgerschaft hat sich zu dem Projekt bekannt.
Auf Antrag von GRÜNEN und CDU hat die Kieler Ratsversammlung im Mai 2005 einen Antrag zum Metroexpress/Schienenflieger beschlossen. Die Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz wurde gebeten zu einer Konferenz der Bürgermeister und Landräte der an der geplanten Schienenstrecke des Metroexpress gelegenen Gemeinden und Kreise einzuladen, um das gemeinsame Interesse an der Verwirklichung des Schienenprojektes zu dokumentieren. Dafür gibt es ein großes Interesse, das konnten wir sehen bei der Eröffnung der Ausstellung zum Schienenflieger am 4. März 2005 im Kieler Rathaus. Es waren Bürgermeister, Vertreter von Landräten und örtliche Landtagsabgeordnete gekommen, um ihr Interesse an dieser Verbindung zu zeigen. Diese Konferenz hat am 21. Oktober 2005 in Hamburg stattgefunden mit Vertretern aus 13 Städten, Kreisen und Gemeinden Schleswig-Holsteins.
"Die Teilnehmer waren von den aufgezeigten Möglichkeiten eines Metroexpresses beeindruckt. Denn der Metroexpress macht nicht nur den Flughafen zügig erreichbar, auch die Hamburger City-Nord wird erstmalig für Pendler über die Schiene erreichbar. Pendler und Fluggäste könnten hiervon profitieren, die Bundesautobahn A7 würde entlastet und Kiel wäre als attraktiver Freizeitstandort für die Hamburger schnell und bequem ohne Umstieg erreichbar. Übereinstimmend sprachen sich die schleswig-holsteinischen Teilnehmer für eine rasche Prüfung der Realisierung des Ausbaus der AKN-Trasse über Norderstedt mit Bau einer Verbindung zum Flughafen Hamburg und Weiterführung bis zum Hamburger Hauptbahnhof aus." (GM der LH Kiel, Drs 1184/05, vom 10.11.05 an die Ratsversammlung)
Welche Vorteile bietet der MetroExpress?
Eine direkte, schnelle Schienenverbindung von Kiel über Neumünster, Kaltenkirchen, den Airport Hamburg, die City-Nord zum Hauptbahnhof wäre nach unserer Einschätzung die wirtschaftlichste und nachfragekräftigste Schienenstrecke für Schleswig-Holstein überhaupt. Die dicht bevölkerte Achse im nördlichen Hamburger Umland erhält damit endlich eine attraktive und schnelle Schienenverbindung an die Fernbahn in Hamburg.
Die Kooperation von Kiel und Hamburg bekommt durch den Metro-Express einen weiteren Schub, durch den beide Seiten gewinnen. Wenn das Projekt vorangetrieben wird, müssen natürlich auch die Kosten ermittelt werden und der konkrete Nutzen. Bei Investitionskosten bis zu 245 Millionen Euro für die ganz große Lösung, wie ProBahn gerechnet hat, sind sicher mehrere Varianten abzuprüfen.
Mit dem Metroexpress geht es nicht nur schnell über die Schiene von Kiel zum Hamburger Airport, was eben nur ein willkommener Nebenaspekt ist, und zum Hamburger Hauptbahnhof. Dass die Flughafenanbindung verkehrlich zweitrangig ist, zeigen die potentiellen Nutzzahlen, von den Flughafenpassagieren alleine kann diese Verbindung nicht wirtschaftlich betrieben werden, dazu ist die Durchbindung zum Hauptbahnhof notwendig. Wichtig ist die Verbindung auch in umgekehrter Richtung für alle Menschen, die nach Schleswig-Holstein und seine Küsten wollen.
Dazu gehören auch die Kieler Besucher aus dem Süden und die Gäste der Kreuzfahrtschiffe, die schnell vom Hamburger Hbf bzw. dem Hamburger Airport zum Kieler Hauptbahnhof und so direkt an die Fähr-Terminals kommen. Besser kann es doch gar nicht werden, vom Hauptbahnhof über die Kaisertreppe direkt zum Norwegen-Terminal, zum Schwedenkai und später zum Neuen Kreuzfahrtterminal dem cruise & ferry-Terminal.
Der Metroexpress ist ein Verkehrsprojekt von großer Bedeutung für die Mobilität der Nordregion, er ist aber auch ein erstrangiges Wirtschaftsprojekt und pure Wirtschaftsförderung
Realisierungschancen
Im schleswig-holsteinischen Koalitionsvertrag 2005 von CDU und SPD steht als Priorität die Prüfung einer schnellen Eisenbahnverbindung zwischen Kiel und Hamburg Airport und Hamburg Hbf. Auch in ihrem Wahlprogramm hatte die CDU die von ProBahn und GRÜNEN geborene Idee abgekupfert. Das ist aber überhaupt kein Problem, Ein richtiger Vorschlag kann gar nicht oft genug wiederholt werden. Ob Schienenflieger, Hauptstadtexpress oder Metroexpress, wie ihn DIE GRÜNEN nennen, wichtig ist das wir damit vorankommen.